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Neurogene Inkontinenz
Diese Form der „Blasenschwäche“ entsteht, wenn
Nervenbahnen und Nervenzentren, die für die Steuerung der
Blase verantwortlich sind, geschädigt werden oder ausfallen
wie z.B. bei Querschnittlähmung, Multiple Sklerose, Schlaganfall,
Zustand nach Operationen im kleinen Becken….
Abhängig von der Lokalisation und dem Ausmaß der Nervenläsion
reagieren Harnblase und Schließmuskel entweder mit einer Überaktivität
(=Spastizität), oder mit einer abgeschwäch-ten / fehlenden
Aktivität (nahezu oder komplette schlaffe Lähmung). Unfreiwilliger
Harnab-gang auf Grund von Erkrankungen / Schädigungen des Nervensystems
kann entweder durch Überaktivität der Harnblase, die nicht
mehr kontrolliert werden kann, oder durch eine Schwäche des
Schließmuskels, aber auch mitunter durch eine Kombination von
beiden verursacht sein. Bei kompletter Querschnittlähmung kann
das Gefühl für die Harnblase völ-lig verloren gehen,
der Betroffene spürt weder Harndrang noch den unfreiwilligen
Harnab-gang; bei inkompletten Lähmungen spürt man zwar
häufig den Harndrang, der meist plötz-lich auftritt, aber
letztlich nicht kontrolliert werden kann. Vielfach besteht bei diesen
Betrof-fenen eine unvollständige Blasenentleerung mit Restharn,
der die Inkontinenz verstärkt.
Behandlung
Medikamentöse Therapie
Bei der überaktiven Blase werden in erster Linie die „Anticholinergika“ eingesetzt,
sie beru-higen die Harnblase, die Blasenkapazität wird größer
und die Kontrolle bei inkompletter Lähmung beim Betroffenen leichter.
Weitere Informationen finden Sie bei Madaus, Montavit, Pfizer, UCB
Pharma.
Häufig besteht gleichzeitig eine unvollständige Blasenentleerung
mit Restharn, dann ist die Blasenentleerung durch Katheterismus die
Methode der Wahl. Bezüglich der verschiedenen Katheter finden
Sie weitere Informationen bei Astra
Tech, Coloplast, Hollister ,
Wederman. Die Betroffenen können meist den „Selbstkatheterismus“ erlernen
. Die Kontrolle über die Blasenentleerung wird durch diese Maßnahmen
wesentlich verbessert.
Elektrotherapie
Durch verschiedene Techniken kann man bei bestimmten Nervenläsionen
das Gefühl für die Blase wieder herstellen, die Blasenkontraktionen
verbessern und bei inkompletten Läsi-onen auch den Beckenboden
und damit den Schließmuskel kräftigen. Weitere Informatio-nen
bei Innocept (Prosecco®) und Wederman
(Conmax®) (574 KB)
Operative Therapie
Ist der Schließmuskel schlaff gelähmt, so gibt es dagegen kein Medikament.
Lediglich ope-rative Eingriffe (Implantation eines künstlichen Schließmuskels,
Implantation von justierba-ren Ballonen am Blasenhals, oder von Schlingen) können
die Kontinenz wieder herstellen.
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