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Dranginkontinenz
ist der unfreiwillige Harnverlust in Zusammenhang mit starkem, zwanghaften
Harndrang trotz intaktem Harnröhrenverschluss. Dabei kommt es
zu unwillkürlichen, nicht verhinderbaren Kontraktionen des Blasenmuskels
mit Harnverlust, der auch durch Kneifen des Schließmuskels nicht
aufgehalten werden kann. Somit stellt diese Form der Harninkontinenz
das schwerwiegendste Erscheinungsbild der überaktiven Blase dar.
Die Ursachen dafür sind vielfältig: Krankhafte Zustände
im Bereich von Blase, Harnröhre und kleinem Becken, z. B. chronische
Entzündungen, können zum starkem Harndrang mit Harnverlust
führen.Weiters kann eine Übererregbarkeit des Blasenmuskels
als Ursache vorliegen. Im Alter tritt insbesondere diese Inkontinenzform
deswegen häufiger auf, da durch Hirnleistungsstörung und
andere krankhafte Veränderungen im Nervensystem die Kontrolle über
die Blasenfunktion verloren gehen kann.
Behandlung
Verhaltenstherapie mit Miktionstraining: durch Kneifübungen des Beckenbodens
bei Auftreten des Harndranges kann die überaktive Blase unter Kontrolle
gebracht werden.
Verhaltenstherapie mit Toilettentraining: rechtzeitige Blasenentleerungen auf
Aufforderung nach der Uhr vor Auftreten des zwanghaften Harndranges.
Die Verhaltenstherapie wird üblicherweise durch Medikamente unterstützt,
die auf die Blase beruhigend einwirken.
Bei Frauen zusätzlich Einsatz von Hormonen, bei ausbleibendem Erfolg Elektrotherapie.
Kontinenztraining (19
KB)
Das Kontinenztraining ist die Grundlage der Behandlung und umfasst
eine Reihe von Maßnahmen: das Miktionstraining, das Toilettentraining
und das Beckenbodentraining.
Blasentraining (14
KB)
Ziel des Blasentrainings ist es, die verloren gegangene Kontrolle
und das Gefühl für die Blase wieder zu erlangen. Es wird
gelernt, dem Drang zu widerstehen und die Blase nach Zeitplan zu
entleeren, um schließlich das Füllungsvermögen
der Blase wieder zu steigern: Durch Konzentration und Anspannen
der Beckenbodenmuskulatur klingt der Harnabgang nach ca. 10-15
sek. wieder ab. Erst dann wird die Toilette aufgesucht. Die Intervalle
des Harndrangs werden so in kleinen Schritten verlängert (ca.
20 Minuten pro Woche), wodurch sich die Speicherkapazität
der Blase allmählich vergrößert und ein normaler
Rhythmus (6-7 Toilettengänge pro Tag) einstellt.
Toilettentraining
Das (passive) Toilettentraining wird angewandt, wenn ein aktives
Training durch Immobilität der Patienten nicht mehr möglich
ist. Der Betroffene wird aufgefordert, die Blase vor Auftreten
des Harndrangs zu entleeren. Alle zwei Stunden wird die Einlage
kontrolliert und der Patient zur Toilette gebracht. Die Mitarbeit
der Pflegepersonen bzw. der Angehörigen ist in diesem Fall überaus
wichtig.
Blasenentleerungsprotokoll
Das Blasenentleerungsprotokoll ist wesentlich für eine erfolgreiche
Durchführung und Kontrolle des Blasen- sowie Toilettentrainings
und dient außerdem der Motivation der Patienten. Es wird die
Häufigkeit des Harndrangs, Zeitpunkt, Menge und Art der zugeführten
Getränke eingetragen, und ob der Harnabgang freiwillig oder
unfreiwillig war.
So sieht ein Blasenentleerungsprotokoll aus.
Beckenbodentraining
Nur wenn die Beckenbodenmuskulatur (richtig) kontrahiert werden kann,
kann das Miktionstraining von Erfolg gekrönt sein. Anhand
spezieller An- und Entspannungsübungen wird die Beckenbodenmuskulatur
trainiert. Beim Training, das nichts mit Sport oder Kondition zu
tun hat, soll die Körperwahrnehmung im Becken- und Genitalbereich
geschult werden und es wird gelernt, die Beckenbodenmuskulatur
gezielt einzusetzen. Die Übungen sollten unter fachkundiger
Anleitung einer Physiotherapeutin erlernt und unter deren Kontrolle
durchgeführt werden.
Eine kostenlose Broschüre zum Beckenbodentraining
können
Sie bei unserem Beratungstelefon „Blase inForm“ TelNr. 0810/100
455 anfordern.
Medikamentöse Therapie
Die Medikamente haben zum Ziel die Harnblase zu beruhigen, ihr Aufnahmevermögen
zu vergrößern und die Zeit bis zum Auftreten des Harndranges
zu verzögern. In erster Linie werden so genannte „Anticholinergika“ eingesetzt.
Sie unterdrücken gezielt die Wirkung des körpereigenen
Botenstoffes Acetylcholin, der für das Zusammenziehen des Blasenmuskels,
folglich für die Entleerung der Blase, zuständig ist. Die
Kontrolle über die Blasenentleerung wird insgesamt deutlich
verbessert.
Bei älteren Frauen mit Hormonmangel kann
eine Hormonsubstitution entweder allein oder in Kombination mit
den oben genannten Substanzen Besserung schaffen.
Die Kraft der Kürbiskerne: Einzig und allein
der steirische Ölkürbis
liefert die wertvollen weichschaligen Kürbiskerne, die so reich
an Kalium, Magnesium und Vitamin E sowie wichtigen Spurenelementen
sind. Bei neuesten Untersuchungen fand man nun heraus, dass die so
genannten Lignane die positiven Wirkungen auf Blase und Prostata
ausüben. Diese wertvollen Inhaltsstoffe aus den steirischen
Kürbiskernen sind aber nicht im Kürbiskernöl enthalten,
sondern nur in einem Spezialextrakt. Daher ist Kürbis nicht
gleich Kürbis, denn Inhaltsstoffe, Herstellungsart und Extraktionsmittel
sind für die Wirksamkeit von entscheidender Bedeutung. Kürbiskerne
können aber nur dann der Gesundheit dienen, wenn sie in genügender
Menge und regelmäßig gegessen werden: von Experten empfohlen
sind 10 g Kürbiskerne pro Tag. Kaum durchführbar, deswegen
bieten „Dr. Böhm Kürbis nur 1 Tablette täglich“ diese
optimale Wirkstoffmenge in nur einer Tablette. Mehr dazu bei www.apomedica.at
Elektrotherapie
Wenn Training und Medikamente nicht ausreichen, kann eine Elektrotherapie
helfen. Durch völlig schmerzfreie elektrische Reizung bestimmter
Nerven des Beckenbodens von außen oder mittels Vaginal- oder
Analelektroden kann die Blase beruhigt werden und macht sie leichter
steuerbar. Diese Therapie kann häufig nach entsprechender
Einweisung selbst zuhause durchgeführt werden. Sollte diese
Behandlung erfolglos bleiben, können die Elektroden und Stimulatoren
auch implantiert werden. Mehr dazu von der Fa.
Wedermann/Conmax®
Operation
Eine Operation ist bei der Dranginkontinenz selten erforderlich und
wird nur in besonderen Fällen vorgenommen.
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